Komfortzone oder wie uns Veränderungen weiter bringen



Schlechter Start.

Kennst du das? Du wachst morgens auf und irgendwie fängt der Tag schon komisch an. Du fühlst dich irgendwie unwohl. Magst gar nicht so richtig in den Tag starten. Schlechte Laune macht sich breit. Kopfschmerzen fangen an zu hämmern. Du bist wütend. Wie auch immer es sich bei dir zeigt, du kannst es dir nicht erklären. Eigentlich gibt es dafür gar keinen Grund.

Eigentlich. Wenn da nicht, ja wenn heute nicht etwas passieren würden, was du noch nie vorher gemacht hast. Oder zumindest nicht oft. Und das verunsichert dich, wirft dich aus der Bahn. Das äußert sich eben bei jedem anders. Der Eine bekommt körperliche Beschwerden, wie Magenschmerzen, Kopfschmerzen,Verspannungen usw. Der Andere ist mies gelaunt, raunt sein ganzes Umfeld an oder zieht sich komplett in sich zurück.


Meine letzte Woche


Bei mir ist im Moment mal wieder echt viel los. Zwei Jobs gleichzeitig bringen so manche Herausforderung mit sich. Der Schritt in die Selbstständigkeit fordert mich permanent heraus meine Komfortzone zu verlassen. Wenn ich denke, jetzt habe ich eine neue Hürde überstanden, jetzt kann ich mich entspannen. Denkste. Da kommt schon das nächste um die Ecke. So wie in dieser Woche. Als erstes komme ich nun nicht mehr drum herum, mir ernsthaft Gedanken zu machen, wie ich an echte Klienten komme. Bisher konnte ich mich darum erfolgreich "drücken". Ich "musste" erst an der Webseite basteln, mich um meinen Instagram-Account kümmern, Fotos machen und von mir machen lassen usw. Alles auch wichtige Schritte (okay zugegeben vielleicht hier und da der zweite Schritt vorm Ersten, aber was solls), aber die habe ich nun alle geklärt. Nun bekomme ich Unterstützung bei Webseite, Flyern und Logos und ein Shootingtermin für Fotos gibt es auch. Also alles geregelt. Jetzt wird es Ernst. Der nächste Schritt steht an. Wie komme ich an echte Klienten? Wie spreche ich sie an? Bisher lief das alles im Freundes- und Bekanntenkreis. Doch jetzt steht der nächste Schritt an. Und ich habe die Hosen gestrichen voll.

So fing meine Woche an und ich war dementsprechend gestresst. Dann komme ich zur Arbeit und muss ein erstes Skype-Video-Businessinterview führen (wobei natürlich technisch alles wunderbar geklappt hat...nicht) und als Höhepunkt eine Verteidigung meines derzeit größten Projektes vor der versammelten Geschäftsführung und dem Führungskreis - in Englisch. Super. Läuft bei mir.

Früher hätte das alles zu einer mittleren bis schweren Katastrophe geführt. Ich wäre tagelang vorher auf einem Stresspegel gewesen, der weder mir noch meinem Umfeld gut getan hat.


Erkenne deine Muster.


Heute erkenne ich meine Muster. Mehr oder weniger rechtzeitig. Wenn ich morgens aufwache und merke, das es mir nicht gut geht, ignoriere ich das heute nicht mehr. Der erste Schritt ist, dass ich mir bewusst mache und zur Kenntnis nehme, das irgendwas im Argen liegt. Dann nehme ich mir ganz bewusst Zeit und horche in mich hinein, wie es mir geht. Ich erlaube mir, dass es mir nicht gut geht. Lasse die Gefühle zu. Und dann frage ich sie, was sie mir sagen wollen. Ich höre mir selbst zu. Tief in mir drin, weiß ich die Antworten. Dieses bewusst machen führt dazu, dass ich meinen aktuelle Situation erkenne und sie akzeptiere. Ich akzeptiere damit genauso, dass alte Verhaltensmuster darauf reagieren.


Kleine Schritte führen zum Ziel


Das Ziel an Veränderungen deiner Verhaltensmuster ist nämlich nicht, zumindest nicht im ersten Schritt, diese von heute auf morgen abzulegen. Das ist schier unmöglich. Schließlich hat man sie sein ganzes Leben lang antrainiert. Sie haben einem geholfen durch schwierige Zeiten zu kommen. Im ersten Schritt reicht es völlig die Verhaltensmuster zu erkennen und zu akzeptieren. That´s it.

Also habe ich mich in den vergangenen Tagen mal mehr und mal weniger amüsiert dabei beobachtet, wie mir die Muffe geht. Entscheidend dabei ist, sich selbst zu fragen, was da gerade in einem passiert. Und vor allen Dingen warum es passiert. Wenn du das schaffst, bist du einen wesentlichen Schritt weiter.

Wir alle wollen, solange es geht, in unserer Komfortzone bleiben. Veränderungen mögen die wenigsten von uns. Ist auch völlig klar. Warum soll sich das Gehirn in neue Strukturen begeben? Kostet ja Energie. Und die wollen wir lieber sparen. So wenig wie möglich Energie verbrauchen, um (fast) jeden Preis.

Unsere Komfortzone sind unsere bisherigen Verhaltens- und Gedankenmuster. Aus der gehen wir eben nicht so leicht raus. Dazu müssen wir sie:

Erkennen und uns bewusst machenEine Entscheidung treffen, was daran ändern zu wollenManchmal Ausdauer haben, um diese Muster dauerhaft zu ändern.

In welcher Komfortzone bist du gerade? Was möchtest du gerne ändern? Und warum?